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By: Lars
05.04.2014
Fanclub Aktuell

Interview mit Michael Stahl

Wir führten ein Interview mit unserem sportlichen Leiter Michael Stahl. Er beantwortete Fragen zur sportlichen Situation, den Zukunftsaussichten und beschrieb uns den ganz privaten Michi!

Sportlicher Leiter Michael Stahl

F.C.: Du bist jetzt seit ca. einem Jahr sportlicher Leiter der ESG, wie fällt dein Fazit bisher aus und welche Dinge konntest du verändern?

Michi: Natürlich ist auch bei mir nach dem verpassten Klassenerhalt 2012/2013 in der 3. Liga Ost und der bisher recht enttäuschenden Saison 2013/2014 in der Oberliga Ernüchterung eingekehrt. Die Ereignisse besonders in Auerbach und später auch in Düsseldorf waren emotional einfach schrecklich. Durch das Sommertheater im Lizenzierungsverfahren waren die Vorzeichen bezüglich der Kadergestaltung für die Oberliga äußerst unglücklich. Dennoch unser Aufgebot zum Rundenauftakt hätten für einen Platz in der Spitzengruppe ausreichen müssen.   

F.C.: In diese Zeit fällt auch der Abstieg aus der 3.Liga. Wir hatten uns für diese Saison alle eine ESG gewünscht die um den Wiederaufstieg mitspielt. Wie sind deine Eindrücke aus der Saison und welches Zwischenfazit ziehst du?

Michi: Natürlich sind wir mit dem aktuellen Abschneiden des Teams nicht zufrieden. Leider war keine kontinuierliche Entwicklung in fast allen Mannschaftsteilen erkennbar. Die Leistungsschwankungen waren einfach enorm, der Höhepunkt waren die Spiele nach der Weihnachtspause. Auch das Verletzungspech, der überraschende Verlust von Kevin Trogisch oder die Harzproblematik können nicht als Argumente gelten.

F.C.: Müssen wir uns für die nächsten Jahre mit Oberligahandball in Gensungen zufrieden geben oder dürfen wir auch wieder auf Bundesligahandball hoffen?

Michi: Konsolidierung steht derzeit für den Verein auf allen Ebenen an erster Stelle. Dies geschieht zum Glück auch in der nächsten Saison in der Oberliga. Denn Anfang 2014 war ja selbst die Ligenzugehörigkeit höchst gefährdet. Derzeit basteln wir an einer jungen, leistungsstarken Truppe die perspektivisch auch den Aufstieg in die 3. Liga schaffen kann. Allerdings brauchen wir Geduld. Dieser Prozess kann auch 2 oder 3 Jahren dauern. Parallel muss sich auch wirtschaftliche Umfeld neu strukturieren. Kontinuität und Stabilität muss die Basis unserer Gedanken sein. Erste und zweite Bundesliga sind reine Profiligen, dies ist derzeit mit unseren Vereinsstrukturen undenkbar.

F.C.: Philip Julius gab bekannt dass er seine Kariere am Saisonende beendet. Wie weit sind die personellen Planungen für die nächste Saison und bis wann sollen sie abgeschlossen sein?

Michi: In Kürze: Pregler und Hütt haben zugesagt. Trogisch kehrt von der HSG Baunatal zurück. Die Trainersuche genießt derzeit Priorität und läuft auf Hochtouren. Mit der aktuellen Mannschaft finden Gespräche statt, Kontakte zu potenziellen Verstärkungen und Ergänzungen sind geknüpft.  

F.C.: Welche Dinge möchtest du im Verein und dem Umfeld ändern und aus welchen Gründen?

Michi: Beispiel Sponsoring: Marianne Pfaff, die gute Seele des Vereins, leistet dort mit weit über 80 Jahren Sensationelles. Die Anzeigen für Kurier fallen weitgehend in Ihr Ressort. Dennoch würde Marianne sich bestimmt nicht über Unterstützung beklagen.

F.C.: Siehst du zur Zeit Jugendspieler die das Potenzial hätten in den nächsten Jahren Richtung erste Mannschaft zu rücken?

Michi: Derartige Vorhersagen sind im Jugendbereich brutal schwierig. Die Bündelung der Kräfte im Edertal war überfällig. Richtig Spaß macht unter anderem die jetzige B-Jugend von Benni und Max. Personelle Impulse aus dem Jugendbereich sind dringend nötig, aber niemand kann Sie erzwingen.

F.C.:
Viele kennen dich nur aus der Halle. Beschreib uns doch mal den ganz privaten Michael Stahl!

Michi: Heiligenberg, Halle und Handball beschreibt den Michi Stahl schon sehr treffend. Viel Zeit bleibt dann ohnehin nicht mehr.

F.C.: Was war dein persönliches Highlight als Spieler mit der HSG?

Michi: Ganz ehrlich. Handball in Gensungen ist fester Bestandteil meines Lebens. Auch wenn ich zweimal mit der HSG Gensungen/Felsberg abgestiegen bin, überwiegen die positiven und schönen Momenten. Absolutes Glanzlicht war vielleicht das DHB-Achtelfinale am 14. Februar 2001 als wir durch einen Treffer von Lars Siebert zum 24:25 bei Frisch Auf Göppingen den Viertelfinaleinzug perfekt gemacht haben. Aber auch fast zehn Jahre später in der Regionalliga die Auswärtssiege bei den Meisterschaftsfavoriten HG Saarlouis und TV Groß-Umstadt waren großartig. 

Der Werdegang von Michael Stahl:


Michi ist ein echter Gensunger Junge. Er spielt seit seinem neunten Lebensjahr für seinen Heimatverein in Gensungen und feierte in der Saison 1998/1999 sein Debüt in der ersten Männermannschaft. Damals standen ihm Größen wie Karsten Lehmann und Martin Pätzsch zur Seite. Seine Leistungen gingen steil nach oben und so konnte er bei dem Abstieg 2008 über 300 2. Ligaspiele verbuchen. Der größte Erfolg war sicherlich der dritte Tabellenplatz im Jahr 2000 und viele unvergessliche Pokalspiele. Auch in der 3. Liga war immer auf Michi zu zählen. Seit dem letzten Jahr hat er die Seiten gewechselt und beendete seine sportliche Laufbahn. Er gehört nun zum festen Bestandteil des Vorstandes und hat die Aufgabe der sportlichen Leitung, um den Handball im Edertal wieder nach oben zu führen.


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